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Eine Kassette aus den 80zigern

Es gibt Dinge, die man besser nicht macht. Dazu gehört: alte Kassetten einlegen. Eigentlich kann das nur peinlich werden. Irgendwie ist mir eine aus dem Jahr 1988 in die Hände gefallen (zumindest steht das so drauf). Dabei haben mich folgende Dinge überrascht:

1.) Die Qualität der Aufnahmen ist, von ein paar Aussetzern abgesehen, noch tipptopp – und das, obwohl die Kassette in den letzten Jahren mehr oder minder in irgendwelchen Kisten dahinvegetiert hat, und das Ganze auch noch ohne Hülle und

2.) für mein zartes Alter von 7 oder 8 hatte ich durchaus einen guten Musikgeschmack 🙂

Naja „ich“. Ich habe damals einfach vor dem Radio gesessen und wie viele andere auch auf einen ganz bestimmten Radiomoderator gewartet: Elmar Hörig. Mit seinen Sendungen „Hitline“ oder natürlich der unvergessenen „Elmi Radioshow“ hat er eine Qualität ins Radio gezaubert, die ich bis heute vermisse. Das Tolle an dieser Kassette ist, dass dort auch Aufnahmen von SWF3 drauf sind. Ein kleines Stück Radiogeschichte.

Wer den Sender damals nicht gehört hat, kann es nicht verstehen. Bei SWF3 waren Perfektionisten am Werk, die das Medium Radio wirklich geliebt haben. Der Aufwand, den sich Elmar Hörig mit jeder Sendung gemacht hat, der ist heute undenkbar. Sein Witz und Humor würden heute überall anecken. Er wäre als Homophob, Rassist und frauenfeindlich verschrien. Sowas wie Elmar Hörig darf heute in den Medien nicht mehr existieren.

Soundcloud: Mitschnitt aus der Elmi Radioshow aus dem Jahr 1988

Für mich ist Elmar Hörig mittlerweile ein Sinnbild geworden, ein Sinnbild.für unsere Gesellschaft – für ein aufflammendes Spießbürgertum, das sich bei drohenden Gefahren laufend Pipi in die Hose macht.

Ich liebe die 80ziger. Für mich war es DAS Jahrzehnt. Es wurden die besten Autos und Computer gebaut, die Welt war am Ende der 80ziger wirklich vom Frieden bedroht. Musiktechnisch wurden Legenden geboren. Egal ob Depeche Mode oder Madonna oder die Neue deutsche Welle. Eine musikalische Vielfalt, die bis heute unerreicht ist. Wie viele Filme wurden damals gedreht, die heute ihre Fortsetzungen erfahren oder einfach nur als Kult gelten? In der Politik hatten wir noch ECHTE Politiker und keine Waschlappen, wie sie heute am Start sind. Ein Westerwelle oder Merkel in den 80zigern? Vielleicht als Vorzimmerdame von Richard von Weizsäcker.

Es gab noch kein Internet – die Menschen mussten sich also mit sich selbst beschäftigen. Kinder spielten noch draußen und „unten“ und mussten nicht von einem Termin zum anderen hetzen. Nach 4-5 Stunden Schule war Schluss, und man ging heim zu „Mama„. Ein Erlebnis, das für heutige Kinder undenkbar sein muss.

Ja richtig, ich vermisse und liebe diese alte Zeit. Natürlich ist da immer etwas Nostalgie dabei. Aber in meinen Augen hat sich wenig – bis gar nichts – verbessert. Und die alten Probleme und Konflikte sind weiterhin topaktuell. (Die Nachrichten von damals könnten auch heute laufen – ich denke, 50 % der Zuhörer würden es gar nicht merken).

Soundcloud: SWF3 Nachrichten aus dem Jahr 1988

2007 hat Elmar Hörig einen Vortrag auf dem Schweizer Radio Day gehalten. Daraus möchte ich folgenden Absatz zitieren:

Ich weiß nicht, wie es Ihnen als Hörer geht, wenn Sie im Auto unterwegs sind. Man hat den Eindruck, dass Radio heute zu einer Losbude verkommen ist. Zu einem El Dorado für Medienberater. Radio wird zunehmend nicht von innen bestimmt, sondern von außen. Und das ist einer der Gründe, wieso sich das Radio von heute in einer Sackgasse befindet. Radio ist zunehmend bedeutungslos geworden. Es könnte aber ein so mächtiges Medium sein, wenn man es nur wieder zulassen würde. Lieblos aneinander genagelte Musiktitel – alle getestet natürlich – werden spätestens alle zwei Stunden wiederholt, meistens früher. Oft auch noch verstümmelt, damit das „Backtiming“ hinkommt oder noch mehr Platz für einen Hinweis auf das grandiose Gewinnspiel ist, bei dem man 200.000 Euro gewinnen kann. Liebe Radioschaffende: Sie haben das alles mit getragen. Ich habe in 3 Jahren bei einem Privatradio die Söhne Mannheims ca. 9000 Mal gespielt. Das verbrennt den schönsten Titel auf ewig.

Der komplette Vortrag hier: http://radioszene.de/news/Elmis_Rede_300807.htm

Ich bin nicht so vermessen zu sagen „Wir machen hier SWF3„. Wie soll das auch gehen? Das hier ist nicht mal richtiges Radio – und hat mit Radio, wie es damals SWF3 gemacht hat, nichts zu tun. Aber als ich „Es wird Morgen“ gestartet habe (und das ist für ein Internetprojekt wirklich Lichtjahre her) -, hatte ich zumindest den Anspruch, alles so gut wie irgendwie möglich zu machen. Ohne mich selbst loben zu wollen – die Internetseite ist für ein Webradio wirklich „ganz gut“ geworden. Webentwickler und Designer mögen das vielleicht anders sehen – aber wenn ich mich umschaue, was in der deutschen „Webradio„-Szene alles an Seiten herumgeistert – Huargs!

Jeder Musiktitel, der hier läuft ist persönlich und individuell ausgewählt und frei von jeglichem „Höreroptimierungsdenken„. Gefällt es euch – super. Wenn nicht, dann eben nicht. Klar hätten wir nach all der Zeit gerne 5.000 Hörer gleichzeitig online. Aber ohne ein Werbebudget, ohne großartige sonstige Aktivitäten ist das einfach nicht möglich, und so ist es halt, wie es ist.

Ich habe mich lange und oft gefragt, ob dieses Projekt wirklich Sinn macht. Ich habe weit mehr Geld reingesteckt, als ich am Ende durch ein paar poplige Amazon Affiliate-Einnahmen rausbekommen habe. Vom zeitlichen Aufwand für Website/soziale Medien und Musik will ich gar nicht erst reden. Es macht aber auf alle Fälle immer wieder sehr viel Spaß.

Spaß ist ein gutes Stichwort – ich habe mir auch lange überlegt (und viel getestet): Was will ich hier eigentlich an „Content“ haben? Klassische News? „Tolle“ Affiliate-Beiträge aus aller Welt? Nein. Ich möchte hier am Ende Content haben, der MIR Spaß macht. Neben der ganzen anderen Arbeit in diesem Internetz habe ich einfach keine Lust mehr, hier auch noch SEO-optimierte Texte zu schreiben.

Aber genug geschwafelt. Eigentlich soll es hier um meinen Kassettenfund gehen und darum, was sich auf der Kassette für Lieder befinden. Volià – beginnen wir mit Seite 1:

One Moment in Time – Whitney Houston

Als erster Titel schmachtet mir Whitney Houston den Olympiaklassiker „One Moment in Time“ entgegen. Der Titel war in Deutschland und Großbritannien auf Platz 1. Komponiert wurde es für die Olypmischen Sommerspiele 1988 Seoul. In Deutschland wurde es vor allem nochmal bekannt als „Abschlusshmyne“ der TV-Show „Schlag den Raab„.

Never ending Story – Limahl

Weiter geht es mit Limahl und dem Titel „Never Ending Story„. Der Titelmusik zu dem Film „Die unendliche Geschichte„.

Venus – Shocking Blue

Als dritten Titel auf der Kassette findet man ein Stück der niederländischen Rockband Shocking Blue, „Venus“. In den USA und in der Schweiz auf Platz 1 – in Deutschland 1969 „nur“ auf Platz 2 für den Käsekracher.

Freiheit – Westernhagen

Es folgt ein Lied, das zur damaligen Zeit gepasst hat wie die Faust aufs Auge: Müller Westernhagen mit seiner „HymneFreiheit. Nur wir Deutschen konnten so doof sein und allen Ernstes „Wind of Change“ von den Scorpions zur „Einheitshymne“ erklären.

Way to your Heart – Soulsister

Dann der Durchbruch für die Soulsisters. Der 1988 veröffentliche Titel „Way to Your Heart“ erreichte in Deutschland Platz 4 der Charts. Und damals musste man noch tatsächlich einige Platten verkaufen, um in die Charts zu kommen. Ein lustiger Facebook Aufruf hätte da nicht gereicht 😉

Manic Monday – Bangles

Anschließend DAS Hasslied von Elmar Hörig. Als die Hörer das Lied endlich aus der Hitline geschmissen hatten, zerstörte er die Single live im Radio 🙂 Der Titel, der von Prince komponiert wurde, kam in Deutschland auf Platz 2.

Forever Your Girl – Paula Abdul

Niemand anderes als David Fincher führte Regie beim Musikvideo zu „Forever Your Girl“ von Paula Abdul. Das Lied wurde Abduls zweiter Nummer eins-Hit.

She drives my Crazy – Fine Young Cannibals

She Drives Me Crazy“ von den Fine Young Cannibals – einer Band aus Birningham – war deren größter Erfolg in Deutschland. Platz 2 in den deutschen Top Ten. In den USA und in Österreich reichte es sogar für Platz 1.

Dressed For Success – Roxette

Roxette verkaufte über 70 Millionen Tonträger. Ein großer europäischer Erfolg war das Lied „Dressed for Success„. 2015 plant Roxette ein neues Album.

Seite 2

Sweet Home Alabama – Lynyrd Skynyrd

Was für viele heute nur ein Partyklassiker ist, „Sweet Home Alabama“, hat eigentlich einen sehr ernsten Hintergrund. Lynyrd Skynyrd veröffentlichte diesen Song, nachdem sich Neil Young in mehreren Liedern über Sklaverei und das Rassentrennungsproblem der Südstaaten geäußert hatte. Lynyrd Skynyrd wollte auch die guten Seiten der Südstaaten besungen wissen und wehrte sich gegen die einseitige Darstellung Youngs. Eine Textzeile lautet „I hope Neil Young will remember / A Southern Man don’t need him around anyhow„. Ich hoffe, Neil Young wird sich daran erinnern, dass ihn ein Südstaatler hier nicht braucht). Mehrere Bandmitglieder haben in Interviews versichert, dass das Lied nicht die Rassentrennungspolitik befürwortet.

The Turn Of A Friendly Card – The Alan Parsons Project

The Turn Of A Friendly Card der Band The Alan Parsons Project ist ein Konzeptalbum aus dem Jahr 1980. Es behandelt das Thema Glücksspiel in Form eines alten Mannes, der im Casino sein komplettes Geld ausgibt.

Breakthru – Queen

„Breakthru“ ist die zweite Singleauskopplung aus dem Album „Miracle“ der britischen Rockband Queen.

Stand Back – Stevie Nicks

Die spätere Fleetwood Mac-Sängerin Stevie Nicks erreichte mit ihrem Song „Stand Back“ 1983 Platz 32 in den Charts.

Gimme Some Loving – The Spencer Davis Group

Ebenfalls aus Birmingham stammt die Band The Spencer Davis Group. Ihr Song „Gimme Some Loving“ erreichte 1966 immerhin Platz 12 in Deutschland. Erneute Aufmerksamkeit erhielt der Song nochmals in dem Film Blues Brothers – wo die gleichnamige Band den Song coverte.

Commodores – Nightshift

Der Song „Nightshift“ gewann bei den Grammy Awards 1986 in der Kategorie: Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe mit Gesang. In Deutschland erreicht der Song Platz 4 in den deutschen Charts.

Ja, das waren die Songs auf meiner Kassette. Und wer, der die Zeit damals miterlebt hat, kann die ganzen Titel ohne Wehmut hören?

Schwarzwald-Elch_80s

Der SWF3-Schwarzwaldelch in den 80ern

Michael Keil
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Michael Keil

Gründer des Webradio Projekts und Verantwortlich
für den Internetauftritt.
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